AKS OÖ unterstütz Bündnis gegen Polizeigewalt!
04.05.09 - 15:24
AKS Oberösterreich unterstützt "Bündnis gegen Polizeigewalt!"
Hier der offene Brief des Bündnisses:
Mit Bestürzung und
Fassungslosigkeit haben wir am 1. Mai zur Kenntnis nehmen müssen,
dass die alternative Maidemonstration von der Linzer Polizei
verhindert und zerschlagen worden ist.
Das Demonstrationsrecht ist
ein Verfassungsrecht und ein wesentlicher Eckpfeiler unserer
Demokratie. Selbst wenn anfangs vereinzelt Menschen vermummt gewesen
wären, eine Verwaltungsübertretung, wie das
Vermummungsverbot kann niemals ein solches Einschreiten
rechtfertigen. Von Beginn an bis zum Ende des Kessels war jedenfalls
keine Person vermummt, wie auf den zahlreichen Fotos und Videos
zweifelsfrei festgestellt werden kann. Warum die Exekutive nach wie
vor das Gegenteil behauptet ist uns ein Rätsel. Die
Grundstimmung im antifaschistischen Block war, wie zahlreiche
ZeugInnenaussagen bestätigen, friedlich und entspannt. Die Demo
wäre wie jedes Jahr abgelaufen, noch nie gab es Probleme. Warum
die Polizei von einem hohen Gefahrenpotential spricht, ist nicht
nachvollziehbar.
Die darauffolgende Eskalation, Schlagstock- und
Pfeffersprayattacken seitens der Polizei, waren ebenso wie die
brutalen Verhaftungen unprovoziert und völlig überzogen.
Die auf ORF-Filmmaterial festgehaltene Misshandlung des Vizerektors
der Linzer Kunstuni ist nur ein Beispiel für das skandalöse
Vorgehen der Polizei. Noch wesentlich brutaler wurden andere
Verhaftete misshandelt. Das ORF-Video zeigt wie ein Polizist mehr als
ein Dutzend Mal auf einen Demonstranten einprügelt. Der
Betroffene musste daraufhin im AKH versorgt werden.
Wir freuen uns schon auf die von Sicherheitsdirektor Lißl angekündigte Untersuchung und sind zuversichtlich, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Die Geschehnisse vom 1. Mai sind nicht nur demokratiepolitisch höchst alarmierend, sie konterkarieren auch die Bemühungen seitens der Stadt Linz, sich als offene Kulturstadt zu präsentieren.
Wir fordern die lückenlose Aufklärung des Polizeieinsatzes, die sofortige Einstellung der Verfahren und die Rückkehr zu demokratischen Spielregeln und Demonstrationsfreiheit.








